Unser Wan­derziel war das südliche Wiesen­tal im neuge­grün­de­ten Biosphärenge­biet Schwarzwald. Der erste Tag führte uns von Fröhnd durch Wald und viele offene Wei­d­felder nach Häg-Ehrsberg und Mut­ters­bühl zum Naturfre­un­de­haus Gers­bacher Hörnle. Die 17-köpfige Gruppe meis­terte die 18 Kilo­me­ter lange aber abwech­slungsre­iche Strecke mit ordentlichen Anstiegen (zusam­men 800 Meter) kla­g­los. Und das, obwohl auch immer wieder Infor­ma­tio­nen zum Biosphärenge­biet, zu den All­men­wei­den, der Agrar­wirtschaft und der Kul­turgeschichte zu verkraften waren. Zwis­chen den neu errichteten 200-Meter-Windrädern am Rohrenkopf mussten wir die Köpfe ordentlich ins Genick legen — die Gegen­wart hatte uns wieder.

Nach einem schö­nen Abend und einer ruhi­gen Nacht (die Win­dräder standen still!) kündigte sich am Mor­gen ein weit­erer Son­nen­tag an. In Atzen­berg luden uns Ramona und Thomas Kiefer auf ihren Anhänger und fuhren uns mit ihrem 60 Jahre alten Eicher-Schlepper durch die von ihnen bewirtschaftete Land­schaft. Ihr Bio-Milchbetrieb auf der Hel­blings­matt setzt voll­ständig auf das tra­di­tionelle Hin­ter­wälder Vieh, das auch mager­ste Kost ver­ar­beiten kann, wie Thomas erzählte. Fast geriet die Vis­ite zu kurz, denn mit den vie­len fachkundi­gen Teil­nehmern und Teil­nehmerin­nen sowie Ramona und Thomas gab es viel Span­nen­des zu erörtern. Arten­schutz, Förder­pro­gramme, Bürokratie, der Milch­markt und die vie­len All­t­agsprob­leme auf einem Hof bieten Stoff für inter­es­sante Diskus­sio­nen. Alle waren froh, miteinan­der gesprochen zu haben, denn vieles klärt sich erst im per­sön­lichen Gespräch. Zu gerne wären wir noch geblieben aber die Rück­wan­derung und die Rück­fahrt standen uns noch bevor. Fazit: Stadt und Land sind an diesem Tag ein kleines biss­chen zusammengerückt…

(Foto: Traudl Patock)